Erste Erwähnung
Urkundlich scheint der Name "Eschenau" erstmals im Jahre 1219 auf. Heute noch übliche Hofnamen wurden schon damals urkundlich genannt. Um diese Zeit wurde auch eine Kapelle gebaut, aus der später die heutige Pfarrkirche entstand. Diese war ursprünglich gotisch, wurde jedoch um 1700 völlig barockisiert. Trotz großer Verwüstungen hat sie beide Türkenkriege überdauert. Im Türkenjahr 1682 wurde unser Tal schwer heimgesucht und durch Verschleppungen und Ermordungen nahezu entvölkert. Ebenso kam der Krieg in der Franzosenzeit 1805 und 1809 mit all seinen Schrecknissen in unser Tal. Auch der zweite Weltkrieg forderte seine Opfer, wobei 17 Gehöfte vernichtet wurden. Die ersten Aufzeichnungen über eine Schule stammten aus dem Jahre 1690.
Geschichtlich bedeutsam ist auch der Bauernaufstand im Jahre 1597, bei welchem die Eschenauer Bauern mit dem Fähnrich Taudermann einen der Anführer stellten und nach der Niederlage schwer zu leiden hatten.
Den ersten Bürgermeister erhielt die Gemeinde Eschenau im Jahre 1850 in der Person des zu seinerzeit berühmten "Hoftaschenspieler" Ludwig Döbler, damals Besitzer des Schlosses Klafterbrunn in Rotheau.
Dieses stilvolle Ensemble, eingebettet in einem englischen Park, präsentiert sich heute als Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert. Die Geschichte des Besitzes führt in das 13. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1246 findet Heinrich von Klaftenbrunn erstmals in einem Dokument des Deutschen Ritterordens Erwähnung. Der "klaffende Brunnen" ist noch heute Wasserquelle der Schlossgärtnerei.
Die Entwicklung im öffentlichen Bereich
Über die Zeit bis zum ersten Weltkrieg und auch über die Zwischenkriegszeit ist relativ wenig bekannt. 1877 wurde die Bahn bis Scheibmühl gebaut und 1880 die Haltestelle in Rotheau eröffnet. Eschenau war damit der Außenwelt ein Stück näher gekommen. Aus alten Aufzeichnungen geht hervor, dass den Gemeindeverantwortlichen ein funktionieren der Schulbetrieb immer ein großes Anliegen war und teilweise auch der Schule aus privaten Mitteln Zuwendungen gemacht wurden. So kann man sich die Freude der damaligen Gemeindeväter vorstellen, als im Jahre 1908 die Jubiläums-Volksschule gebaut wurde. Gleichzeitig wurde im Schulgebäude ein Postamt eröffnet. 1910 erhielt das Postamt den Telegraph und 1921 ging der Fernsprechdienst mit 6 Teilnehmern in Betrieb.
Am l. Juni 1921 wurde unser Ort wie bereits 1846 von einem verheerenden Hochwasser betroffen.
Die Zeit des l. Weltkrieges war natürlich für die Bevölkerung sehr schwer und es waren auch viele Gefallene zu beklagen. Die Jahre danach mit der Wirtschaftskrise waren um nichts leichter und es ist verständlich, dass in diesen Zeiten weder auf kommunaler Ebene noch privat große Veränderungen vorgenommen wurden. Auch die Zeit des 2. Weltkrieges war alles andere als erfreulich. Viele Gemeindebürger verloren Angehörige; Dinge des täglichen Lebens wurden knapp und das Kriegsende musste die Bevölkerung unserer Gemeinde hautnah miterleben, denn in den letzten Wochen dieses Krieges verlief die Hauptkampflinie mitten durch unser Dorf. Ein Teil der Einwohner flüchtete vor den herannahenden russischen Truppen, viele aber blieben, bzw. schlugen sich nur in die umliegenden Wälder oder zu entlegenen Gehöften. Aber auch dort kamen viele unter Beschuss oder hielten sich gerade in einein Anwesen auf, das durch die Kriegseinwirkungen in Flammen aufging, so dass das Wenige, das sie gerettet glaubten, auch noch verloren ging. Vorübergehend leer stehende Häuser wurden zudem geplündert, sowohl von Deutschen, Russen als auch von Zivilisten. Es war eine schlimme Zeit!
Als der Spuk des Krieges vorbei war, hatten die Menschen trotzdem noch nicht alles ausgestanden, denn die Russen blieben als Besatzungsmacht hier. Weitere Plünderungen, Vergewaltigungen und sonstige Willkür waren zu ertragen. Dazu kam der Kampf um das tägliche Überleben.
