Eschenau

Ökodorf Eschenau - Dorferneuerung in Eschenau

Die Gemeinde Eschenau hat zur Zeit 1.167 Einwohner plus 244 Zweitwohnsitzer, insgesamt also 1.411. Das Gemeindegebiet umfaßt rund 25 km2, davon sind etwa die Hälfte Waldgebiet, die andere Hälfte Grünland. Außer den Ortskernen Eschenau, Wehrabach, Steubach und Rotheau besteht der Rest aus einer typischen Streusiedlung. Diese Struktur veranschaulichen unter anderem auch die ca. 50 km an Güterwegen. In unserer Gemeinde gibt es um die 60 landwirtschaftliche Betriebe, teilweise jedoch als Nebenerwerbsbauem. Etwa die Hälfte unserer Bauern wirtschaftet organisch-biologisch (Bio-Bauern); die Betriebe leben von Grünlandwirtschaft und Forstwirtschaft.

Die ökologische Struktur ist noch - oder schon wieder - weitgehend in Ordnung und das war auch der Grund und die Voraussetzung, dass die Gemeinde als erste Gemeinde in Österreich im Jahre 1988 per Dekret den Status eines "Ökodorfes" zuerkannt bekam.

Im Laufe des Jahres 1987 schloss sich die Gemeinde Eschenau der Dorferneuerungsaktion der NÖ Landesregierung an, die im wesentlichen aus einer Fassadenerneuerungsaktion bestand, verbunden mit der Möglichkeit, ein langfristiges und zinsgünstiges Landesdarlehen in Anspruch zu nehmen. Hieraus ergab sich die Notwendigkeit, einen eigenen Verein zu gründen, da die Initiative zu diesen Aktivitäten aus der Bevölkerung kommen sollte.

Da in Eschenau bereits seit 1976 ein funktionierender Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein existierte, war es nicht sinnvoll, einen neuen (Parallel-) Verein zu gründen, der nach der Lage der Dinge noch dazu von denselben Funktionären hätte getragen werden müssen. So wurde in der Generalversammlung 1988 der bestehende Verschönerungsverein in den "Dorferneuerungs- und Verschönerungsverein Eschenau" umgewandelt und hernach amtlich bestätigt.

Es hat sich freilich nicht nur der Name geändert, sondern mit der zeitgleich erfolgten Ernennung der Gemeinde Eschenau zum ersten "Ökodorf kamen auch auf den Dorferneuerungsverein zunehmend neue Aufgaben zu. Lagen anfangs die Aktivitäten bei sogenannten "Behübschungen", wie Fassaden, Begrünungen, Blumen, etc., kurz­um, bei der optischen Gestaltung des Ortsbildes, so erweiterte sich der Aufgabenbereich unter dem Titel "Ökodorf' auch für die Dorferneuerung auf die Verbesserung der ökologischen und ökonomischen Bereiche, auf das Funktionieren dieser Kreisläufe im kleinen, dörflichen Raum, sowie die Ausweitung der Wertschöpfung innerhalb unseres Gemeindegebietes bei gleichzeitig schonendem Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und der Umwelt.

Viele Aktivitäten erfolgten in enger Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Dorferneurungsverein und dem Land NÖ.

Vieles ist schon geschehen: Bau einer Hackschnitzel-Lagerhalle, Rückbau des Ortsbaches, seit Oktober 1991 Schulmilch vom Bio-Bauen (als erste Schule in Österreich und anfangs gegen heftigen Widerstand verschiedener offizieller Stellen, 1994 erhielt die Schute dann allerdings den Umweltpreis!), bäuerliche Selbstvermarktung (mit Bauernmarkt über einige Jahre), Errichtung von Solaranlagen im Selbstbau, Obstbaum-Aktionen, Gründung der Telestube (heute weithin bekannt als Telehaus Eschenau), Anpachtung eines Feuchtbiotopes mit seltener Flora, Errichtung des Most-Obst-Wanderweges, Aktivierung des Eschenauer Rundwanderweges, Erarbeitung und Drucklegung zweier gelungener Broschüren "Most-Obst-Wanderweg" und "Ökodorf Eschenau", Erarbeitung eines Projektes "Öko-Schutzhaus Kaiserkogel".

Diese Aufzählung ist willkürlich und unvollständig, zeigt aber trotzdem auf, dass in wenigen Jahren viel geschehen ist. Viele dieser Projekte gehen natürlich nicht nur auf das Konto des örtlichen Dorferneuerungsvereines, wohl aber auf die Dorferneurungsbewegung unseres Bundeslandes und die gute Kooperation zwischen Gemeinde und örtlichem Verein.

Dass viel Positives und Zukunftsweisendes in unserem Dorfgeschehen ist, bestätigen letztlich auch die vielen Exkursionen, die in den vergangenen Jahren unser Ökodorf besucht haben und immer wieder Worte der Anerkennung fanden. Wenn wir uns alle verpflichten und Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft bewusst werden, dann haben wir auch die so oft beschworene ?geistige Dorferneuerung? geschafft, die zur zeit eigentlich das Hauptanliegen der Dorferneuerungsbewegung ist. Das Motto im Ökodorf: Mit der Natur statt gegen die Natur leben.

Impressum